Was sind Blütenpollen?
Das Wort Pollen stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Staubmehl. Dahinter verbergen sich die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen. In der botanischen Fachsprache werden sowohl der Blütenstaub wie auch das einzelne Pollenkorn als Pollen bezeichnet. Die Imker verstehen unter Pollen den von den Bienen gesammelten Blütenstaub, der als notwendige Nahrungsreserve im Bienenstock eingelagert wird. Die Honigbienen verwenden Pollen für Aufzucht der Bienenlarven und teilweise auch für die eigene Ernährung. Pollen ist für die Honigbienen ein wichtiger Eiweiß- und Fettlieferant. Welche Bedeutung haben die Pollennähr- und Wirkstoffe? Wenn man den Blütenstaub unter dem Mikroskop betrachtet, erschließt sich dem Auge eine seltsame Wunderwelt hauchzarter natürlicher Gebilde – die Welt und der Formenreichtum des Pollens. Er enthält das befruchtende, arterhaltende und die Vermehrung sichernde Element. Eine genaue Analyse der chemischen Bestandteile und Wirkstoffe sind erst seit 1954 bekannt, in dem der französische Forscher Remy Chauvin eine Analyse des biologischen Aufbaus des Blütenpollens veröffentlichte. Heute wissen wir, dass der Pollen ein breites Spektrum von lebenswichtigen Stoffen enthält, nämlich Eiweißstoffe (wichtige Aminosäuren), Fette, Zucker, Mineral- und Spurenstoffe, Vitamine, Hormone, Fermente, Antibiotika und Duftstoffe. Der Pollen ist nicht nur ein Energielieferant, sondern durch die Gesamtheit seiner Inhaltsstoffe ein hervorragender Biostimulator. Der Mineral- und Spurenstoffgehalt des Pollens liegt nicht über dem Durchschnitt vieler anderer Nahrungsmittel. Aber im Verband mit anderen Wirkstoffen spielen sie eine unentbehrliche Rolle für den Stoffwechsel in den Körperzellen. Es ist auch nicht möglich allein mit Pollen den Vitaminbedarf des Menschen zu decken. Trotzdem ist der vielseitige Vitamingehalt eine wertvolle Ergänzung einer normalen Ernährung, bei der nicht selten Defizite auftreten. Der Pollen enthält auch einige Enzyme nämlich Phosphatase, Amylase, Saccharase, Diastase, Invertase, Katalase, Coymase und Deshydrogenase. Diese spielen eine wichtige Rolle beim Zellstoffwechsel und beim Abbau, Umbau und Aufbau zahlreicher Nährstoffe und Immunkörper. Pollen ist jedoch nicht gleich Pollen – die Zusammensetzung der Wirkstoffe und ihr Mengenverhältnis wechselt von Pflanze zu Pflanze.
Wie wirken sich Pollenwirkstoffe auf den Menschen aus?
Nach allen bisherigen Erfahrungen in der Praxis und in klinischen Untersuchungen konnten folgende Wirkungen festgestellt werden:
- Regulierende Wirkung auf die Darmtätigkeit bei Durchfällen wie bei Verstopfung
- Vermehrung des roten Blutfarbstoffes bei Blutarmut, besonders bei Kindern mit verbessertem Allgemeinbefinden
- Wachstumsförderung bei Kindern
- Verbesserte Nahrungsverwertung
- Appetitsteigerung
- Hebung der Allgemeinstimmung (antidepressive Wirkung)
- Verbesserung der Hirndurchblutung – Steigerung der geistigen Leistung
- Verbesserung der Sehkraft Pollen ist völlig ungiftig.
Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten. Hochallergische Personen sollten jedoch mit der Einnahme vorsichtig sein und mit Kleinstdosen beginnen.
Welche Heilanzeigen gibt es?
Als Heilanzeigen kommen die folgenden Funktionsstörungen, Krankheiten, Schwächezustände und Entwicklungsstörungen in Frage:
- Männliche und weibliche Unfruchtbarkeit
- Verspäteter Eintritt der Menstruation
- Klimakterische Beschwerden
- Stark schmerzhafte Menstruation
- Unterentwickelte Gebärmutter
- Allgemeine Körperschwäche junger Mädchen
- Vorzeitige Alterserscheinungen
- Strahlenkrankheit und Zytostatika-Schäden
- Urologische Leiden
Wie sind Blütenpollen anzuwenden?
Blütenpollen sind käuflich in verschiedenen Formen zu erwerben: im natürlichen Zustand (getrocknet) in Pulverform (mikrofein zermahlen) in Kapseln oder in Granulatform
Bei kurmäßiger Anwendung sollten Erwachsene erstmals 30–40 g (1 TL = 5 g), dann täglich 15– 20 g einnehmen. Kinder sollten Pollen nur nach ärztlicher Beratung einnehmen. Im Alter von 3-5 Jahren sind etwas 3-5 g täglich sowie von 6-12 Jahren eine tägliche Dosis von 10-15 g zum empfehlen. Eine Pollenkur sollte 6 Wochen dauern und viermal im Jahr durchgeführt werden.
Pollen muß in kleinen Gefäßen luftdicht verschlossen und trocken aufbewahrt werden. Eine Temperatur von 14 Grad ist für die Aufbewahrung am günstigsten. Pollen sollte morgens auf nüchternen Magen verzehrt werden.
Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Pollen pur – Pollen einspeicheln und auf der Zunge zergehen lassen – nicht kauen!
- Pollen in Wasser oder Saft auflösen, evtl. etwas Honig dazumischen und sofort trinken
- Vermischen in Joghurt oder Quark
Literatur:
Dr. med. E. Schneider: Nutze die Heilkraft unserer Nahrung, Bd. I, S. 537-540
Lächler, Gerd L.: Natürliche Gesundheit mit Propolis & Co., S. 35-39
Nagl, Andrea: Honig – Power aus dem Bienenstock, S. 31-34